Kies, Splitt, Schotter im Garten- und Landschaftsbau – Was sind die Unterschiede?

Wer seinen Garten gestaltet, eine Terrasse oder Einfahrt plant, stößt früher oder später auf diese Baumaterialien: Kies, Splitt und Schotter. Auf den ersten Blick sehen diese alle recht ähnlich aus, doch gibt es in der Praxis gravierende Unterschiede in ihrer Beschaffenheit und Anwendung. Wer das falsche Material wählt, ärgert sich später über wackelnde Natursteinplatten oder Gartenwege, die unangenehm zu begehen sind.
Kies, Splitt und Schotter erklärt

Was sind die Unterschiede zwischen Kies, Splitt und Schotter?

Unter Kies versteht man kleine Natursteine mit einer Korngröße von meist 2 bis 63 Millimetern. Das absolut wichtigste Erkennungsmerkmal von Kies ist seine Form: Er ist von Natur aus rund und glatt.

Diese Form entsteht nicht in einer Maschine, sondern durch die jahrtausendelange Kraft des Wassers in Flüssen oder durch die Bewegung von Gletschern. Die Steine reiben aneinander und verlieren so alle scharfen Kanten.

Da Natursteinkies keine scharfen Kanten hat, greifen die Steine nicht ineinander und sind daher als fester Unterbau für Terrassen & Co. ungeeignet. Stattdessen spielt Kies seine Stärken in der Gestaltung aus. Dank seiner runder Form wirkt Kies sehr harmonisch und natürlich, weshalb er sehr gerne für dekorative Kiesbeete, als Spritzschutz an Hauswänden (Traufstreifen) oder für gemütliche, barfußfreundliche Gartenwege genutzt wird. Als Traufstreifen (Spritzschutz) rund um die Hauswand sorgt Kies dafür, dass Regenwasser sanft abgeleitet wird, ohne die Fassade mit Schmutz zu bespritzen.

Kies & Zierkies für Ihre Projekte

  • Der Klassiker für Wege: Unser Kies (gewaschen) oder feiner Quarzkiesel eignet sich hervorragend für natürlich wirkende, begehbare Flächen.
  • Für mediterranes Flair: Mit unserem hellen Alpenkies holen Sie sich Urlaubsstimmung ins heimische Beet.
  • Edle Kontraste: Kalkstein-Kies und unser strahlend weißer Marmor-Kies sind echte Hingucker in modernen, minimalistischen Vorgärten.

Im Gegensatz zum Kies entsteht Splitt nicht durch die Natur, sondern maschinell in sogenannten Brecheranlagen. Naturstein wird hier in kleine Stücke gebrochen. Das Ergebnis: Die Steine haben unregelmäßige, scharfe Kanten. Die Korngröße von Splitt liegt traditionell zwischen 2 und 32 Millimetern. Alles, was feiner ist, nennt man Sand, alles Gröbere ist Schotter.

Splitt ist das Standardmaterial im Landschafts- und Gartenbau und kommt als Pflasterbettung für Wege und Terrassen sowie als Drainageschicht gegen Staunässe zum Einsatz. Die scharfen Kanten sind der größte Vorteil des Splitts. Die einzelne Steine verhaken und verkanten sich fest ineinander und bilden somit eine stabile, aber gleichzeitig absolut wasserdurchlässige Schicht.

Die Wahl der Korngröße ist entscheidend, wie sich die angelegte Fläche später verhält und wo sie am besten eingesetzt wird. Hier eine einfache Faustregel für Ihre Planung: Je feiner der Splitt, desto angenehmer ist er zu begehen. Je gröber der Splitt, desto stabiler ist er unter Belastung und desto besser läuft Wasser ab.

Splitt & Ziersplitt für Ihre Projekte

  • Das Must-have für Terrassen und Wege: Unser klassischer Verlegesplitt ist die optimale Basis für Ihre neuen Natursteinplatten.
  • Für die moderne Gartengestaltung: Ziersplitte wie Granitsplitt 16-32mm, dunkler Basaltsplitt oder rustikaler Lava-Splitt bieten tolle Gestaltungsmöglichkeiten. Im Gegensatz zu Kies bleibt ein Splitt-Weg beim Begehen wesentlich stabiler, da die Steine nicht so stark unter den Schuhen wegrollen.
  • Standardbedarf: Einfacher Splitt (16-32mm) für funktionale Verfüllungen. 

Schotter ist im Grunde der große Bruder des Splitts. Auch er wird in Brecheranlagen aus massivem Gestein maschinell zerkleinert und besitzt scharfe Bruchkanten. Die Körnungen sind zwischen 32 und 250 Millimeter groß.

Aufgrund seiner Größe und der scharfen Kanten verhakt er sich unter Druck (durch schwere Rüttelplatten) zu einem massiven, tragfähigen Fundament. Im Unterbau von Einfahrten, Wegen und Terrassen dient Schotter als unverzichtbare Tragschicht und schützt vor Frostschäden, da Regenwasser durch die groben Hohlräume schnell in den Boden versickern kann (Drainage).

Außerdem macht Schotter auch optisch einiges her: Er ist das perfekte Füllmaterial für Gabionen, die als moderne Sichtschutzwände, Hangbefestigungen oder Grundstückseinfassungen dienen.

Schotter & Gabionensteine für Ihre Projekte

  • Für massive Gabionen und Hangsicherung: Unser Schiefer-Schotter besticht durch seine flache, edle Struktur, während Granit-Schotter und Basalt-Schotter extreme Witterungsbeständigkeit und eine zeitlose Optik mitbringen.
  • Für jeden Einsatzbereich: In unserem Sortiment finden Sie natürlich auch Schotter in verschiedensten Größen und Farben – passend als Tragschicht oder als dekoratives Element für Großprojekte.

Häufige Fragen zu Kies, Splitt und Schotter

Sie brauchen beides! Schotter und Splitt bilden im Unterbau einer Terrasse verschiedene, übereinanderliegende Schichten.

Ganz unten wird grober Schotter (oft als Frostschutzschicht bezeichnet) eingefüllt und mit einer Rüttelplatte extrem fest verdichtet. Diese Schicht ist meist 15 bis 20 cm dick. Sie sorgt dafür, dass die Terrasse bei Frost nicht auffriert und später unter Belastung nicht absackt.

Direkt auf den festen Schotter kommt nun eine dünne Schicht (ca. 3 bis 5 cm) feiner Verlegesplitt. Diese Schicht wird nicht mehr abgerüttelt, sondern glattgezogen. Sie dient als loses Ausgleichsbett.

Der Unterschied liegt rein in Optik und Einsatzzweck. Technisch gesehen handelt es sich bei beidem um gebrochenen Naturstein. Standard-Splitt besteht meist aus schlichtem Gestein für Unterbauten. Als Ziersplitt werden optisch hochwertige Steinarten wie Basalt, Granit oder Lava bezeichnet, die gezielt für die sichtbare Gartengestaltung eingesetzt werden.

Ja, das ist dringend zu empfehlen. Ein Unkrautvlies trennt die Steine sauber vom Mutterboden und verhindert, dass das Material mit der Zeit im Erdreich versinkt. Zudem unterdrückt es Wurzelunkräuter von unten, bleibt aber zu 100 % wasserdurchlässig.

Davon raten wir ab. Runder Kies und scharfkantiger Splitt verhalten sich unter Belastung völlig unterschiedlich: Der runde Kies wandert zwischen den kantigen Splittkörnern, wodurch die Schicht instabil wird. Auch optisch wirkt eine Mischung meist unruhig.

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